Gerd & Monika
„Wir haben immer alles in unserem Leben richtig gemacht.“
Gerd Müller (79)
„Wer lacht, lebt länger“, heißt ein deutsches Sprichwort und es könnte für die beiden junggebliebenen Senioren Gerd (79) und Monika (74) geschrieben worden sein. Der Alleinunterhalter und Musiker aus DDR-Zeiten und die puzzle-begeisterte Monika entschieden sich ihre beiden 1-Raum-Wohnungen abzugeben und in der betreuten Wohnanlage „RAVIVA“ in Zukunft gemeinsam zu leben.

Kennengelernt haben sich die beiden auf einer Tanzveranstaltung und lieben bis heute gesellige oder auch zweisame Abend mit ihren Lieblingsserien. Seit September 2021 leben sie zum ersten Mal gemeinsam zusammen. Obwohl sie das vollumfängliche Leistungsangebot noch nicht in Anspruch nehmen, wollten sie für die Zukunft gewappnet sein. Und so informierten sie sich vorab über das Leben im betreuten Wohnkomplex und wussten, dass sie mit dieser Entscheidung goldrichtig liegen werden. Besonders wichtig ist ihnen ein autarkes Leben und die Aufrechterhaltung ihres bisherigen sozialen Lebens, denn der Skat-Stammtisch ruft jeden Freitagabend nach Gerd. Durch die zentrale Lage und optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bleibt die Geselligkeit nicht auf der Strecke. „Besser früher als zu spät“, lautet das gemeinsame Motto der beiden.
Redaktion: Gerd und Monika, ihr seid seit fast einem Jahr frisch zusammengezogen. Wie fühlt sich das Zusammenleben an?
Gerd: „Sehr gut! Monika puzzelt im Schlafzimmer und ich sitze auf dem Balkon. Wenn wir aber mal Abstand brauchen, ist das kein Problem, dann kann jeder seins machen. Wir haben genügend Möglichkeiten dafür. Aber mehr als zwei Räume brauchen wir einfach nicht. Wir haben unsere beiden Wohnungen auf ein Minimum reduziert und Neues dazugekauft. Das Funktionelle durfte mit, der Schnulli bleibt draußen. Nicht einmal meinen Smoking habe ich mitgenommen, ich habe ihn in die Kleiderkammer der Volkssolidarität abgegeben. Wichtig war allerdings unser Flachbildschirm-Fernseher. Mit dem schauen wir abends Serien.“
Redaktion: Was hat euch schlussendlich dazu bewogen, sich für die betreute Wohnungsanlage anzumelden?
Monika: „Wir haben letztendlich auch zu spät damit angefangen, uns darüber Gedanken zu machen wie wir im Alter leben wollen. Anfang, Mitte 70 – je nachdem wie man sich fühlt, sollte man sich über das Wohnen im Alter Gedanken machen und in Zeiten, in denen es gut geht, einen Umzug stemmen.
Gerd: Wir haben beide sehr gern in unseren vorherigen Wohnungen gewohnt – ich hatte noch dazu einen großen Garten vor der Haustür – aber durch das ständige Umherfahren haben wir uns überlegt, dass wir auch zusammenziehen können. Wir wollten nicht mehr allein sein. So begann die Suche. Zuerst haben wir uns übliche Wohnungen angeguckt und fanden in Lausen ein schickes Häuschen. Aber ich sagte zu Monika: Wenn ich nicht mehr mit dem Auto Einkaufen fahren kann, müssen wir uns jedes Mal ein Taxi rufen. Wir haben uns speziell das betreute Wohnen ausgesucht, dass, wenn in Zukunft mal etwas nicht mehr so funktioniert, wir die Chance haben schneller Hilfe zu bekommen und alles Wichtige in unserer Nähe ist. Zurzeit ist das nicht aktuell aber kann natürlich jederzeit passieren. Wir waren zielstrebig und wussten, was wir wollten. In unserer Stammkneipe werden wir die ‚Glückskinder‘ genannt, weil wir immer alles richtig gemacht haben. Die meisten zögern zu lang bis es nicht mehr geht… lustigerweise kannte ich sogar die Anlage bereits, denn in den 90er Jahren habe ich zum Hoffest der Volkssolidarität Musik gemacht.“
Redaktion: Sie haben eben ihren Lottoschein ausgefüllt. Würden Sie mit einem Gewinn von 45 Millionen nochmal ausziehen?
Gerd: „Schwachsinn. Was soll ich denn mit 45 Millionen?“ (lacht)
Redaktion: Wie gestaltet sich die Gemeinschaft in der Anlage selbst?
Monika: „Wir haben eine gute Gemeinschaft auf dem Gang und wir kennen uns alle gut. Wir kommen auch immer mal zum Kaffee zusammen.
Gerd: „Wenn es nach mir gehen würde, würde ich auf dem Gang eine Biertisch-Garnitur einrichten und Tanznachmittage veranstalten. Ausgerüstet sind wir dafür schließlich und als Sänger habe ich auch 23 Jahre Erfahrung.“